Daishin Zen Schule

In dem Buch „Hör auf zu denken, sei einfach glücklich“ schreibst Du, dass man psychisch stabil sein sollte, bevor man mit Zen beginnt. Was heißt das genau? Kann ich Zen praktizieren, wenn ich zum Beispiel depressiv bin oder Panikattacken habe?

Ja und Nein. Auf der einen Seite ist es sicher so, dass der Mensch erst "Jemand" sein muss, bevor er diesen "Jemand" loslässt, um die "große Erfahrung des Seins" zu machen. Auf der anderen Seite könnte dann sicherlich nur jeder Zehnte in Deutschland Zen üben, denn bei uns hat jeder Mensch sein Päckchen zu tragen, ist nicht ganz heil.

Grundsätzlich sollte man differenzieren zwischen Depression und Panikattacken. Es wird vieles als Depression bezeichnet, das nur eine Vorstufe dazu ist oder gar keine. Es gibt sicher schwere Fälle von Depression, wie z.B. die manische Depression oder Krankheitsverläufe, in denen das innere Fühlen überhaupt nicht möglich ist. Dann befindet sich der Mensch in einer Spirale, die nur noch nach unten geht. Das sind sicherlich Situationen, in den es nicht richtig ist, den Zen-Weg anzufangen. Da ist dann in erster Linie ein Therapeut gefragt.

Heute nähern sich der Zen-Weg und Wege der Therapie immer mehr an, wie z.B. der  Molekularbiologe und Meditationslehrer Jon Kabat-Zinn zeigt, der die Praxis der Achtsamkeit in die Kliniken brachte. Moderne und westliche Zen-Meister bemühen sich, einen westlichen Weg zu entwickeln. Das bedeutet auch, dass sie auf die vielen Probleme und Themen, die wir Menschen auch aus unserer kollektiven Vergangenheit – in Deutschland z.B. der 2. Weltkrieg - mitbringen, eingehen.

Die moderne Psychologie hat sich andererseits in den letzten 10 Jahren stark weiterentwickelt. Entstanden sind die Gestalttherapie oder die "initiatische Therapie" von Karlfried Graf Dürckheim und auch die Trauma-Therapie von Luise Reddemann (PITT). Sie alle nahmen die Elemente aus der Weisheit des Ostens auf, um den Menschen noch besser helfen zu können.

Stimmungsschwankungen und Depressionen können in einem bestimmten Stadium durch Zen aufgelöst werden. Und zwar dann, wenn der Mensch durch Zen seine innere Mitte (Hara) findet. Das heißt, der Depression, dem Nicht-Fühlen und dem Fehlen eines Selbstwertgefühls wird etwas entgegen gesetzt, dass auf der körperlichen Ebene wirkt.

Wenn es gelingt, durch Zen und ein Hara-Training in die eigene innere Mitte, der Erd-Mitte des Menschen – wie Dürckheim sagt – zu kommen, dann ist Zen dienlich. Wichtig ist, der Mensch macht Erfahrungen nicht nur auf der mentalen, sondern besonders auch auf der körperlichen, Leib-Ebene. Es gibt da hilfreiche Bücher wie z.B. "Der Zen-Weg aus der Depression: Therapeutisch-spirituelle Hilfe zur Selbsthilfe" von dem Amerikaner Philip Martin.

Bei Panikattacken ist es nochmal anders. Hier sollte man auf jeden Fall zunächst einen Psychologen aufsuchen, die Gründe können sehr unterschiedlich und tiefgreifend sein. Nach einer Therapie oder wenn sich die Attacken gelegt haben, kann der Zen-Weg zur Stabilisierung eine gute Unterstützung und Ergänzung sein.

Kurz gesagt: Zen ist keine Therapie, in der der Mensch in die Krankheit hinein geht. Zen kann die Stabilisierung des eigenen Wesens sein in der Welt, durch die Übung der eigenen Mitte. Es bedarf daher in dieser Situation immer einer Absprache zwischen Therapeuten und Zen-Lehrer, nur dann kann dieser Weg ein sehr sinnvoller sein.

Gassho
Hinnerk Syobu Polenski

Fragen
an den Zen-Meister

Ist Hara die erste Zwischenebene, die ich erfahren muss und Samadhi die zweite Metta die dritte bis ich zur Herzgeist Ebene aufsteigen kann?

WARUM? Warum haben wir uns aus diesem strahlenden EINS für einen Aufenthalt auf der Erde entschieden. Was soll das bringen, wenn wir doch jetzt wieder danach streben, EINS zu werden?

Ist Zen eine Religion?

Wodurch entsteht Leiden?

Hat Sport eine Bedeutung in Zen?

Was ist der Unterschied zwischen Zen Meditation und Vipassana Meditation?

Wie geht man mit Gefühlen, mit emotionalen inneren Bildern um? Da gibt es keinen Bezug zum aktuellen Leben und trotzdem ist da so eine Gefühlsintensität, von Hass von Ärger… Was macht man damit?

Ich habe Ihr Buch „Hör auf zu denken“ mit großem Interesse gelesen und mir ist einiges dabei klar geworden. Aufhören mit dem Denken ist ein Weg, der eingeübt werden muss. Wie bekomme ich aber meine Phantasien im Zaum? Wie bekomme ich meine Gedanken unter Kontrolle?

Wie verläuft Ihr Alltag als Zen Meister?

Wie kann ich zu innere Ruhe gelangen, wenn mich negative Menschen im meinem Umfeld aufregen? Sollte ich diese negativen Leute meiden?

Wie und wo kann ich mich als Meditationslehrer ausbilden lassen?

Welche Rolle spielt das Ego in Zen und was versteht man eigentlich genau darunter?

Kennst Du „Existential-psychologische Bildungs-und Begegnungsstätte Todtmoos-Rütte“? und kannst Du sie mir empfehlen?

Ich sitze seit über einem Jahr früh morgens und spät abends zwischen 25 und 60 Minuten, aber meistens nicht in Kraft und auch nicht in Ruhe. Ich spüre keinen dauerhaften, nennenswerten Vorschritt. Was kann ich tun?

Wie kann ich auf dem Weg bleiben, wenn eine Inspiration und Motivation von außen z.B. durch einen Zen Meister fehlt?
Ich schaffe es einfach nicht mehr regelmäßig zu sitzen. Ich frage mich, ob ich überhaupt sitzen soll.

In der Psychologie gibt es den Begriff des "Schattens", also verdrängte, unbewusste Persönlichkeitsanteile. Führt die Praxis des Zen zu einer Auflösung bzw. Integration von Schattenanteilen?

Ich bin inzwischen überzeugt, mit Zen den für mich richtigen Weg und mit Dir den für mich richtigen Meister gefunden zu haben. Ich bin aber kein "Schüler". Welche Rolle spielt die offizielle Anerkennung als Schüler für den weiteren Weg?

Gibt es Möglichkeiten durch die heutige Zeit auch mit einem Lehrer online in Kontakt zu treten? Und, was bedeutet: Der Meister hilft durch Initiation, festigt die Form und bietet eine Sangha?

Kann man Kindern Zen nahe bringen? Fällt es ihnen vielleicht sogar leichter als Erwachsenen?

"Unabhängig von allem folge dem Weg Deines Herzens. " - Welchem Weg aber folge ich, wenn der Weg sowohl dieser als auch jener sein könnte , wenn das Herz oder der Geist wirr sind?

Was sind erdachte Emotionen, Gefühle? Ich meine die Gefühle, die durch unser Denken entstanden sind? Und was sind im Gegensatz dazu Gefühle, die aus dem Herzen kommen, also echt und unverfälscht sind? Wie erkenne ich den Unterschied?

In vielen Ratgebern wird empfohlen, „positiv“ zu denken, ist das auch eine Empfehlung im Zen?

Wie gehe ich mit negativen und sogar destruktiven Gedanken um? Was ist denn mit Gefühlen wie Wut, Ärger, Traurigkeit usw.? Das alles ist ja auch ein Teil von mir.

Bin Anfänger in Punkto Meditation und habe mir Ihre DVD gekauft. Nun bin ich völlig verwirrt, wie ich es denn nun richtig mache! Soll ich mich konzentrieren auf`s Sitzen, Hören oder Atmen?

In dem Buch „Hör auf zu denken, sei einfach glücklich“ schreibst Du, dass man psychisch stabil sein sollte, bevor man mit Zen beginnt. Was heißt das genau? Kann ich Zen praktizieren, wenn ich zum Beispiel depressiv bin oder Panikattacken habe?

Nach 3 bis 4 Stunden Schlaf wache ich immer wieder auf, liege wach und das Gedankenkarussell dreht sich. Was kann ich tun?

Warum ist im Daishin Zen die Gehmeditation so schnell, ja fast schon hastig? Gibt das nicht auch eine gewisse Unruhe?

Wie wird die Praxis von Kinhin in Daishin Zen richtig ausgeführt?

Welche Rolle spielen Gleichmut und "Loslassen" in einem intensiven Leben mit Nähe und emotionaler Fülle?

Wie passen Freundschaft, Engagement, Treue und Liebe zum Zen?

Was ist das, was uns antreibt im Inneren, wenn wir es nicht Seele nennen?

Ist es für den Menschen natürlich, nicht zu denken?

Ist die Selbstdisziplin im Zen nicht auch nur eine Ablenkung, in die wir uns begeben?

Ist es nicht eher das alltägliche Tun, was uns immer wieder zu uns selbst führt?

Kann man z.b. Yoga, Qigong usw. mit Zazen verbinden?

Kann man auch mit geschlossenen Augen meditieren?

Gibt es so etwas wie Wiedergeburt?

Kann ich Zen-Meditarion auf einem Sessel praktizieren? Wenn ja, dann wie am besten?

Wie beginne ich mit Zen?

Es heißt, man sollte regelmässig Zazen sitzen, früh morgens oder spät abends. Wie ist es bei Schichtarbeitern?

Warum fällt uns meist das Unheilsame so leicht und das Heilsame so schwer?

Du sprichst viel über Führerschaft, sind „Leader“ für dich wichtiger als der Normalo?

Was bedeutet die „grosse Befreiung“ im Zen für die Gesellschaft?

Wie wird ein Manager ein Leader im Sinne des Zen?

Wie erkenne ich den Unterschied zwischen Egozentrik, Egoismus und gesunder Selbstliebe?

Manchmal wird gesagt, der Mensch steckt in einem inneren Gefängnis. Was ist damit gemeint?

Was heißt Syobu Sensei und wie finde ich den „richtigen Lehrer“ für mich?

Warum sind Menschen unglücklich?

Was genau ist Zen?