Daishin Zen Schule
21.12.2015

Reiko Mukai Roshi zu Gast im Daishin Zen Kloster

Der Boden hüpft, die Deckenbalken wackeln, die ganze Zendo vibriert, als Reiko Mukai Roshi das Hannya Shingyo anstimmt und dazu die Taiko, die große Röhrentrommel schlägt. Immer schneller wird der Rhythmus. Wie Wellen gehen die Schläge durch den Körper. Beim Klang der Trommel sinkt die Stimme wie von alleine ins Kraftzentrum. Alles ist plötzlich Klang. Es ist ein beeindruckender, zutiefst bewegender Moment zu erleben, wie der Roshi eins wird mit der Trommel.

Reiko Mukai Roshi hat den langen Weg vom Hokoji-Kloster in Japan ins Allgäu auf sich genommen, um frischen japanischen Rinzai-Wind ins Kloster zu bringen und das Klosterteam in der Rinzai-Form, wie sie in unserem Mutterkloster Hoko-Ji praktiziert wird, zu unterrichten. „Beim Rezitieren“ erklärt der Lehrer von Zenmeister Hinnerk Polenski, „sitzen wir aufrecht und entspannt mit offenem Herzen. Wir machen uns weit auf und widmen die Sutren allen Wesen. Wir bieten sie dar wie ein Geschenk. Wir rezitieren nicht für uns selbst, sondern für alle.“ Natürlich sei es wichtig, beim Rezitieren mit dem Bauch zu atmen, aber noch entscheidender als die äußere Form sei die innere. „Ihr müsst Euer Herz öffnen und euch entspannen.“

Er selbst wirkt völlig entspannt und zugleich hoch konzentriert. Mit jeder Faser seines Seins verkörpert er vollkommene Hingabe an den Moment. Ob er den großen Gong schlägt, eine Verbeugung demonstriert, eine Tasse Tee trinkt, sich im Lotussitz auf dem Kissen niederlässt oder im Kinhin anmutig und natürlich durch den Raum geht. Seine Bewegungen sind immer präzise und kraftvoll und gleichzeitig geschmeidig und elegant. In allem, was er tut, strahlt er eine heitere, gelassene Präsenz aus und gleichzeitig eine enorme Kraft.

Beim Teisho ist seine Stimme mal leise flüsternd, mal eindringlich, zwischendurch macht er einen Witz und amüsiert sich köstlich, und dann kommen die Worte plötzlich wie ein Donnerschlag aus ihm heraus. Der Verstand versucht vergeblich, die Geschichte von Linji (Rinzai) und seinem Meister Huang Po (Obaku) zu verstehen, der Körper begreift alles, denn Reikos Worte fahren ein wie der Blitz. Es ist, als bekäme man selbst die Schläge, die der Mönch in der Zengeschichte von seinem Lehrer mit dem Stock erhält als Antwort auf seine Frage. Die Energie, die in die Glieder fährt, ist gewaltig, aber da ist kein Schmerz, nur reine Liebe.

Auf die Frage, was entscheidend sei für Meditationslehrer und angehende Sensei, antwortet Reiko kurz und knapp „Be happy and support others to be happy.“ Aus seinem Mund ist das kein leerer Spruch, sondern tiefe, umfassende Wahrheit. Was ist das Wichtigste, um den Zenweg zu Ende zu gehen? „Straigthness.“ Es ist wunderbar, ihm zuzuhören. Am schönsten ist es, einfach mit ihm in Stille zu sitzen. In seiner heiteren klaren Präsenz lösen sich alle Fragen, die eben noch ganz drängend waren, von alleine. Was also um Himmels willen soll man ihn fragen, wenn doch in diesem Moment alles klar ist? Wie diese einmalige Gelegenheit, den Zenmeister aus Japan zu sprechen, beim Schopf packen? Welche existenziellen Themen im einzigen, kurzen und deshalb unsagbar kostbaren Dokusan (Hilfe!) besprechen? Wie die Tiefe der eigenen Praxis und Einsicht zeigen, wenn das Herz hämmert, die Knie schlottern und der Kopf leer gefegt ist? Jeder besteht die Prüfung auf seine Weise. In Reikos stiller Präsenz fällt die Spannung ab, endet der Kampf. Heitere und tiefe Begegnung wird möglich in einem Raum von Klarheit und Weite. Was für ein Geschenk!

Sein Besuch hat das Kloster belebt. Wie eine frische Brise wehte seine Energie durch die Räume, und gleichzeitig wirkte er besänftigend mit seinem feinen Lächeln. Es war berührend, beide Meister nebeneinander zu sehen. Wie zwei ungleiche Brüder, ein Herz, ein Geist. Großer Herzgeist. Das Kloster- und Meditationslehrerteam ist zutiefst dankbar für die inspirierende Begegnung. Für Reiko Mukai Roshi war es berührend zu erleben, wie lebendig Zen im Allgäu ist und in welch kurzer Zeit das Kloster sich mit Leben gefüllt hat. Während seines Besuchs war das Kloster ausgebucht. Parallel fand ein großes Yin-Zen-Seminar statt mit 20 Teilnehmern. Der frische Wind, den er aus Japan mitgebracht hat, wird zurückwehen. So können beide Klöster sich gegenseitig inspirieren.


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