Daishin Zen Schule
05.06.2012

Leadership plus Zen gleich Ethik

 

Von Helmut Rümke


Der Buddha lehrt: Jeder schafft seine eigene Welt. Jeder ist selbst verantwortlich für Kraft, Glück und damit Lebendigkeit. Das gilt für jeden Menschen allein, in der Familie, im beruflichen Wirken. Die Rahmenbedingungen ändern an dieser Wahrheit nichts. Ein Freund sagte mir einmal einen Satz, der mich seitdem begleitet: „Am Ende sitzen wir alle auf der gleichen Bank!“. Recht hat er, geht es doch bei jedem von uns darum, Glück zu empfinden und weiterzugeben. Das ist Liebe.


Führungskräfte im weitesten Sinn sind Menschen, die andere Menschen anleiten, führen und die Verantwortung übernehmen. Das sind Leader. Leadership bedeutet Offenheit, die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind und nicht, wie sie zu sein scheinen. Und dem öffnet sich eine stetig wachsende Zahl von Leadern, die auf der einen Seite gut managen können und denen es auf der anderen Seite etwas bedeutet, dass auch das ganze „Drum-herum“ stimmig ist, die Glück empfinden und verbreiten wollen. In der Zen Leadership School, in der ich seit zwei Jahren hauptberuflich tätig bin, spiegeln die Teilnehmer immer wieder, was Verantwortung in der Wirtschaft heute bedeutet. Da ist von Glück nicht die Rede. Kein leichter Job.


Vor zwei Jahren schrieb Hinnerk Polenski das Buch „Die Linie im Chaos – Zen, Leadership und Ethik“ und veröffentlichte damit einen Leitfaden für Verantwortungsträger. Heute stellt sich mir der Weg so dar: erst Leadership, dann Zen und daraus entwickelt sich die Ethik.


Der Verstand braucht Verbündete



Aus vielen Zen-Vorträgen weiß ich: „Mit dem Verstand allein ist das Leben nicht mehr zu bewältigen“. Und diese Haltung setzt sich immer mehr bei Leadern durch! Der besonders von Frauen vielbeschworene „Bauch“, das „Bauchhirn“, das letztlich für das gute „Bauchgefühl“ verantwortlich ist, hilft meist Schlimmstes zu vermeiden, so die wachsende Erkenntnis von Leadern. Darum bekennen Experten unseres Wirtschaftssystems offen: „So wie bislang, kann es nicht weitergehen.“ Kein Mensch sollte stolz darauf sein, es durch (zu) viel Arbeitseinsatz bereits in jungen Jahren zu einem ansehnlichen Bandscheibenvorfall gebracht zu haben, oder die Diskussion beflügeln, wessen Tinnitus denn der lautere ist. Die alte Formel „WENN das und das erreicht ist, DANN bin ich glücklich“ erweist sich als Sackgasse. Gesundheit, Glück, Freude, Orientierung sind heute in der Wirtschaft keine altmodischen Begriffe mehr. „Sei glücklich!“ ist eine Aufforderung, die auch Manager für ihr Leben ernst nehmen können und wollen. Das Leben dient ausschließlich diesem Zweck. Oder etwa nicht?


Wer Glück empfinden kann, kann es auch weitergeben! Wer im Rahmen seines Potenzials wirksam ist und aktiv etwas für sich und Andere zu tun vermag, kann beides weitergeben: Glück UND Kraft. Wer echte Führungs-Kraft besitzt, hat auch den Mut weniger „nur mit dem Kopf“ zu denken und „schaltet“ seinen Bauch, seinen zweiten „Kopf“ dazu. Das ist wunderbar zu erleben! Glück und Kraft münden für mich in einen zentralen Aspekt, und das ist: Lebendigkeit! Ich spüre, wie sich diese Erkenntnis in Wirtschaft und Gesellschaft langsam durchsetzt, das ist ein wunderbares Gefühl! Und ich bin von Herzen erfüllt und dankbar, mit Zen-Leadership an dieser Stelle wirksam sein zu können. Mitzuhelfen, möglichst viele Menschen für die Zen-Meditation zu öffnen. Denn die Zen-Meditation ist es letztlich, die dem Menschen hilft, zu einem wirklich lebendigen WESEN zu werden.


Durch die stetige Auseinandersetzung mit sich selbst in der Meditation bildet sich diese ureigene Ethik von ganz allein. Eine Ethik, die resultiert aus einer spürbaren Verbindung von Hara und Herz, dem Herzgeist. Das Resultat unübersehbar: Der Verstand ist nie allein, er hat Verbündete. Da sind „Hara“, die eigene Kraft der Mitte und „Herz“, die Verbindung zu Allem, zwei starke Berater und Motoren an der Seite des Verstandes. Das ist für mich persönlich eine ganz starke „Linie im (nach wie vor bestehenden) Chaos“.


Privates und gesellschaftliches Glück wird Eins



Das WESENtliche ist Glück. Darin sind wir uns einig. Die Gretchenfrage aber ist, wie ist Glück definiert, wie kann ich es finden. Da ist einmal der Weg der „BeSINNung“, die Frage nach dem Sinn. Dieser Weg wird durch die Zen-Meditation beflügelt, unterstützt, gefördert. Aber noch trennt sich das, was wir Glück nennen, in ein privates und in ein berufliches, gesellschaftliches Glück. Wir steuern aber jetzt auf einen Punkt zu, an dem sich diese beiden Welten treffen, an dem sich wirklich etwas ändert in unserem gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Denken. Weil es so, wie es bislang läuft eben nicht weitergehen kann. Die Menschen machen da nicht mehr mit auf Dauer. Burn-out z.B. ist gesellschaftlich anerkannt und nimmt überhand. Die Zahl der „Aussteiger“ wächst. Während die Politik diesen offensichtlichen, gesellschaftlichen Wandel nur zaghaft unterstützt und nach wie vor auf Reparaturbetrieb geschaltet ist, sehen mittlerweile viele Menschen auch in ihrem beruflichen Kontext, das da nichts mehr zu reparieren ist, ein Neuanfang ins Haus steht.


Noch will niemand der erste sein, diese Botschaft und die Konsequenzen daraus zu überbringen. In meiner Wahrnehmung ist das Konzept des unbegrenzten Wachstums:  „Schneller, höher, weiter“ zu Ende. Ein Wechsel des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Musters steht an, ist zwingend. Wir in Europa sind Weltmeister der Logik und Experten des Verstandes, wir haben es damit sehr weit gebracht. Der Osten ist seit Jahrtausenden Weltmeister in der Erforschung von Bewusstsein. Jetzt ist es wohl an der Zeit, dass beide Ströme zusammengehen. Meiner Meinung nach braucht „unser homerische Held“ aus der griechischen Mythologie dringend Unterstützung, damit er nicht untergeht. Damit der moderne Mensch Antworten zu finden vermag auf die Fragen wie: „Welcher Erfolg ist sinnvoll?“ und „Welches sinnvolles Tun erfüllt?“.


In diesem Sinne: Hört auf zu denken, seid einfach glücklich!
Und erzählt es gern weiter, wie es geht….



Helmut Rümke studierte Betriebswirtschaft und gründete noch im Studium im Jahre 1987 ein IT-Unternehmen, das er bis heute als Leader begleitet. Den ZEN-Weg als Schüler von Hinnerk Polenski geht er seit 2001. Als Gründer und Inhaber der ZEN Leadership School verfolgt er das Ziel, Führungskräfte über die Weisheit des Zen zu mehr Leadership mit Menschen und weniger Management von Strukturen anzuregen. Er hält Vorträge zu den Themen ZEN & Führung, insbesondere zu den Themen Energieökonomie, Innere Ausrichtung und Achtsamkeit.


Seit 2006 organisiert und gestaltet Helmut Rümke an der Seite von Zen-Meister Hinnerk Polenski Leadership-Seminare für Firmen und Führungskräfte, die sich für Meditation, Philosophie und integrale Führung interessieren.


Nähere Infos zu seinen Seminaren und Kontakt: www.zen-leadership.de



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