Daishin Zen Schule
21.12.2012

Zen, der Weg des Heilens - Teil 2: Heilung und Heiligkeit in mir

Teil 2: Heilung und Heiligkeit in mir

von Hinnerk Syobu Polenski

 
Meister Lao-tzes Anweisung für ein gesundes Leben ist eindeutig und gilt auch heute noch. Sie beschreibt, was den Zen-Weg des Heilens ausmacht.

Wenn du deine Herzkräfte bändigst und das Eine umfängst,
kannst Du unzerteilt bleiben?
Wenn Du energisch deinen Einfluss (Ki) einsetzt,
kannst du dich biegen und fügen wie ein Neugeborenenes?

Der Weg der Heilung hat in den Traditionen drei Aspekte:

Dharma - Weisheit, Initiation ist die Begegnung mit dem Meister, dem Heiler der Einheit. Aber auch in der großen Natur, in der sinnlichen Liebe, in der Kunst oder in der spirituellen Zeremonie zB in einer Kirche kann diese Öffnung uns leise oder zu tiefst erschüttern berühren. Ebenso die Nähe zu einem geliebten Menschen, oder bei fortgeschrittenen körperlichen Krankheiten die Begegnung mit dem begnadeten Heiler, der oft je befähigter er ist, desto weniger Methoden braucht, ja, nicht aus Wissen, sondern aus dem Herzen selber heilt. Hier öffnet sich der Funken, hier kann durch die Begegnung ein erster Hauch von Heilung entstehen, dadurch, dass ich zwar durch etwas äußeres angestoßen werde, aber dennoch für einen Moment selber dieser Weg bin.

Buddha – der zweite Aspekt, bedeutet häufig durch den ersten Aspekt geöffnet – ich selber manche mich auf den Weg, um das Rad des Wahnsinns in mir und um mich, beruflich, persönlich, gesundheitlich zu durchbrechen. Der erste Schritt um tiefe Kraft und Stille zu finden. Ich erkenne die erste Morgenröte von tiefer Liebe in meinem Leben, durch die Begegnung mit Herzgeist selbst, dem Dharma. Durch dieses berührt werden, ist ein göttlicher Funke, eine Aufforderung entstanden. Ein Tor des Heilens auf dem Weg des Heiligen. Nur verfehlt und verweht dieses schnell, wenn ich nur Zuschauer bleibe. Es ist die Aufforderung, den Widerspruch von Gesund werden wollen auf der Einen Seite und gleichzeitig das nicht erkennen können oder Ändern wollen des Unheilsamen, kurz meine Verblendung und Herzblindheit auf zu lösen. Deshalb ist der zweite Aspekt genauso wichtig wie der erste - der eigene Weg, das Beschreiten des eigenen Buddha-Weges. Ich kann hunderte von guten Ärzten und Heilern aufsuchen, zahllose Medikamenten und Heilmethoden konsumieren, die Ursache bleibt unberührt. Ungeachtet von nicht geheilt oder oberflächlich geheilt.

Alltagsleben hat ein hohes Leidpotential: Krankheit, Sterben und Tod, getrennt sein von dem, was wir lieben, verbunden sein mit dem, was wir nicht lieben, sind untrennbare Aspekte des Lebens selbst. In der Essenz ist es Vergänglichkeit, die dieses Potential bedingt.

Bleibt die große Krankheit in Form von Nicht-Einheit, Nicht-Wissen, Nicht-Liebe in mir, wird mir kein Arzt, kein Heiler helfen können. Mich selber auf den Weg machen, kann im ersten Schritt bedeuten, mich ernsthaft um die Heilung meines Körpers, um mich selbst zu bemühen, anstatt dies an Krankenkassen, und „An Jemanden der mich gesund macht“ zu delegieren.

Einzig die Liebe ist die höchste Heilkraft, sie vermag nicht nur Harmonie zu Körper, Lebensenergie und Alltagsgeist zu erwirken. Sie ist auch das Tor zur großen Befreiung. Die Liebe, die Selbstheilung ist ein Tor, dort sollte ich niemals stehen bleiben, egal ob meine Erwartungen erfüllt wurden oder nicht, sondern ich darf weiter gehen, denn das ist meine Bestimmung als Mensch. Denn nur, wenn ich zutiefst erkenne, wer ich wirklich bin, öffnet sich in mir Wahrhaftigkeit, und vollendete Befreiung von Leid, Krankheit, Sterben und Tod.

Denn wir sind nicht die Person, die wir erscheinen zu sein, geprägt durch das, woran wir anhaften, verdeckt durch das was man uns an Erwartungen und Bildern anheftete.

Der Funke der Liebe ist eine Gnade, und lasse ich ihn nicht vergehen, wird er zum Weg der Befreiung, zum Weg des großen Herzens. Daishin - großer Herzgeist. Daishin-Zen – der Weg des großen Herzgeistes. Die Liebe macht mich frei – ich beginne den Weg, beginne meinen eigenen Weg, angestoßen durch die Große Krankheit, ob als Patient oder als Arzt konfrontiert mit Leid und Krankheit, ob als Heiler oder als zu Heilender. Arzt, heile Dich selbst, Kranker, werde zum Heiler, dies ist der Weg des Buddha.

Der dritte Aspekt dann, Sangha, ergibt sich daraus – der Weg anderen zu dienen, anderen den Weg des Heilens vorzuleben, der Weg mit Freunden die zu gleichem streben: Freiheit und Herzweisheit.

„Entwickle das Heilsame“

Oi Saidan Roshi.

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